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Checkliste: KI-Beschaffung für Schweizer KMU

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Praktische Fragen an Anbieter und intern, bevor Sie ein KI-Tool einkaufen: Datenschutz, Hosting, Verträge, Governance und EU-Bezug.

Diese Checkliste bündelt Fragen aus den Themen nDSG/KI, US-Hosting, EU AI Act und – wo relevant – FINMA-Governance. Sie ist ein Beschaffungs- und Due-Diligence-Hilfsmittel, keine Rechtsberatung und keine Freigabeentscheidung.

Nutzen Sie sie vor dem Pilot und erneut vor dem Produktivgang.

1. Use Case und Daten

  • Welches Geschäftsproblem löst das Tool – und welche Personendaten fliessen ein?
  • Gibt es besonders schützenswerte Daten, Profiling oder automatisierte Einzelentscheide mit erheblicher Wirkung?
  • Können Sie den Use Case mit synthetischen oder anonymisierten Daten starten?
  • Wer ist intern Owner (Fach, IT, Datenschutz)?

2. Datenschutz und Transparenz (DSG)

  • Sind Zweck, Funktionsweise und Datenquellen für Betroffene transparent erklärbar?
  • Ist bei hohem Risiko eine Datenschutz-Folgenabschätzung geplant?
  • Können Betroffene einer automatischen Bearbeitung widersprechen bzw. eine menschliche Überprüfung verlangen?
  • Liegt ein aktuelles Verzeichnis der Bearbeitungstätigkeiten vor (inkl. Ausland und Garantien)?

3. Hosting und Auslandstransfer

  • In welchen Regionen werden Daten gespeichert und verarbeitet (CH / EU / US / andere)?
  • Bei US-Empfängern: aktive Swiss-U.S. Data Privacy Framework-Zertifizierung geprüft?
  • Sonst: anerkannte Standarddatenschutzklauseln, DPA und Transferprüfung vorhanden?
  • Werden Eingaben zum Modelltraining verwendet – und gibt es einen Opt-out?

4. Vertrag und Betrieb

  • Auftragsbearbeitungsvertrag (DPA) mit klaren Unterauftragsregeln?
  • Löschfristen, Export, Incident-Meldung und Audit-Rechte geregelt?
  • Verfügbarkeit, Support-Standort und Subprozessorenliste bekannt?
  • Exit-Plan: Können Sie Daten und Konfigurationen mitnehmen?

5. EU AI Act (falls EU-Bezug)

  • Wird das System oder sein Output in der EU angeboten bzw. genutzt?
  • Welche Rolle haben Sie (Anbieter / Betreiber / Einführer / Händler)?
  • Risikoklasse grob eingeschätzt (verboten / Hochrisiko / Transparenz / GPAI)?
  • Fristen der gestaffelten Anwendbarkeit dem Produkt zugeordnet?

6. Governance (besonders Finanzsektor)

  • Inventar-Eintrag und Risikoklasse für die Anwendung?
  • Tests zu Genauigkeit, Robustheit, Bias und Monitoring von Drift?
  • Erklärbarkeit gegenüber Kunden, Audit und Aufsicht?
  • Unabhängige Review bei wesentlichen Anwendungen?

7. Kompetenz und Schulung

  • Haben die Personen, die das Tool bedienen oder freigeben, ausreichende KI-Kompetenz (EU AI Act Art. 4, in Kraft seit 2. Februar 2025)?
  • Sind Schulungen und Rollen klar (Fach, IT, Datenschutz) – auch im Sinne der FINMA-Erwartung an «broad training measures» bei beaufsichtigten Instituten?
  • Gibt es ein strukturiertes Kompetenzmodell für den Alltag mit KI? Ein frei lizenziertes Beispiel ist das AI Fluency 4D-Framework (Delegation, Description, Discernment, Diligence).

8. Entscheidungsregel (pragmatisch)

Ampel Bedeutung
Grün Keine Personendaten / CH- oder EU-Hosting mit klarem Vertrag / niedriger Impact
Gelb Personendaten + Ausland oder automatisierte Entscheide – Freigabe mit Massnahmen
Rot Besonders schützenswerte Daten ohne Schutzkonzept, unklare Trainingsnutzung, fehlende DPA/Transfergrundlage

Gelb und Rot: nicht «ausprobieren und später aufräumen». Erst Grundlagen klären, dann Pilot.

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Hinweis

Diese Checkliste ist informativ und keine Rechtsberatung. Bei regulierten Instituten und sensiblen Datenkategorien Fachstellen und ggf. Rechtsberatung einbeziehen.

Quellen

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Diese Seite dient nur der Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Für konkrete Vorhaben empfiehlt sich die Prüfung durch Fachpersonen.